Alice Schwarzer und der kleine Unterschied – eine Buchbesprechung

Alice Schwarzer: „Der kleine Unterschied“ und seine großen Folgen Frauen über sich Beginn einer Befreiung“; S. Fischer Verlag Frankfurt / Main 1977; 250 Seiten; ISBN: 3-596-21805-5
Frauen sprechen in diesem Klassiker der frauenbewegten und feministischen Literatur über sich selbst, Karrierefrauen genauso wie Hausfrauen, Heterosexuelle, Frigide und Homosexuelle, Zufriedene und Verzweifelte. Auch in den `70er Jahren werden sie immer noch auf ihre Rolle als Ergänzung zu ihrem Mann reduziert. Sie sind demnach keine eigenen Wesen. Das Buch möchte der Inhaltsangabe zufolge den Frauen eigene Impulse geben. Humor, Emotionalität und Spontanität sind hier als Handlungsempfehlungen angegeben.
Schwarzer ist Jahrgang 1942. Sie arbeitet seit 1964 als Journalistin, Publizistin („EMMA“) und Buchautorin. Die überzeugte Feministin konnte sich so einen gewissen Ruf in der feministischen Szene erwerben.
Mit seinem frauenbewegten und gesellschaftspolitischen Ansatz hat das vorliegende Buch in der Zeit, als es auf den Markt gekommen ist, wohl großes Aufsehen erregt.
Verschiedene Frauen stellen sich hier selbst vor, allerdings weniger anhand ihrer biographischen Daten (Geburtstag, Schullaufbahn, Berufsausbildung uws.). Fragen nach ihrer Erziehung im Elternhaus, Sexualität und ihrem Verhältnis zu Männern stehen hier im Vordergrund. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es ein Schwarzweißfoto der jeweiligen Frau sowie erklärende einordnende Worte von Schwarzer.
Die Texte sind zwar aus der Sicht der befragten Frauen geschrieben; die Rolle der Journalistin als gesprächsführender Person ist aber trotzdem deutlich sichtbar.
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