Faulheit

Faulheit und Trägheit sind der mangelnde Wille eines Menschen, aktiv zu sein. Die Bandbreite reicht von einer allgemeinen Tendenz zur Ruhe bis zu einem schlechten Charkter.

Meine Nachbarin Stephanie ist ein Ausbund der Trägheit. Sie artet bei ihr schon in Faulheit aus. Schon allein der alltägliche Haushalt ist für sie eine Qual. Kochen? Putzen? Wäschewaschen? Viele Sachen überläßt sie lieber ihrem Ehemann (Stephanie: „Wieso denn nicht? Der hat doch eine Berufsausbildung darin.“) und sitzt dafür lieber mit einem Gläschen Champagner vor morgens bis abends auf der Couch und sieht fern.

Doch gestern mußte sie sich bewegen – unfreiwillig natürlich. Ihr war nämlich der Champagner ausgegangen. Und was macht die Gnädige? Da ihr Mann nicht zuhause, sondern arbeiten geganen ist, kann sie ihn nicht herbeizitieren. Also muß sie das Telefon bedienen und ein Taxi rufen. Der Fahrer hat ganz verdutzt geguckt, daß er sie die 115 m zum nächsten Supermarkt fahren soll. Nach heftiger Diskussion hat er es dann doch getan. Kaum dort angekommen, ging das Gezeter auch schon los.

Wo ist denn die Champagner-Abteilung?

Wo ist meine Lieblingsmarke?

Wo ist mein Lastenträger?

Warum sagt mir niemand, was ich sonst noch brauche?

Wo ist die Kasse?

Wie: Bezahlen muß ich auch noch?

Wo ist der Einpackservice?

Wo lungert der Gepäckträger herum?

Warum hat noch niemand ein Taxi für mich bestellt?

Das Verkaufspersonal hat zunächst gedacht, Stephanie wäre eine bekannte Schlagersängerin oder verwöhnte Film-Diva / Schauspielerin, die gerade einen Publikumserfolg feiern möchte. Ganz schnell stellte sich aber heraus, daß Stephanie eine faule Hausfrau aus der unmittelbaren Nachbarschaft ist.

Seit heute gibt es den „Hilfsverein für Stepfanies Ehemann“. Er bietet einen Hol- und Bringedienst für alle Einkäufe an. In Absprache mit dem armen, geknechteten Ehemann organisieren sie auch Hilfe im Haushalt. Kommt er nach Hause, ist die hauswirtschaftliche Arbeit schon erledigt. Davon hat er einen Nutzen. Gleichzeitig werden in seiner Wohnung Werbefilme für Haushaltsprodukte gedreht. Es soll z. B. Werbung für Fußbodenreiniger, Spülmittel, Waschpulver, Glühbirnen, Reinigungstücher sowie Geschirr geben. Über die Einnahmen daraus möchte sich der Hilfsverein finanzieren; die ersten entsprechenden Verträge sollen schon unterschriftsreif sein.

„Wenn die Geschäftsidee erfolgreich ist, werden wir sie auf andere faule Hausfrauen ausweiten. Wir sehen ja auch, wwwelcher fauleehefrauengeplagte Ehemann abgehetzt und genervt bei uns ankommen. Durch die Werbugn wäre die Dienstleistung für diese armen Männer kostenlos.“ Drücken wir dem Verkaufspersonal die Daumen.

Advertisements

Über andreasruedig

Ich bin 48 Jahre alt, wohne in Duisburg und bin Journalist und Schriftsteller von Beruf.
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s