erotische Demütigung

Erotische Demütigung ist eine einvernehmliche Technik des Sado-Maso. Bei derjenigen Person, die gedemütigt und erniedrigt wird, wird so erotische und / oder sexuelle sexuelle Erregung erzeugt. Praktisch jede Technik, von Bondage bis Schlagspiele, kann so vom Top am Bottom ausgeführt werden.

Herr Müller-Möller-Meyer-Mayer, woher kommt dieser lange Familienname?

Ursprünglich heiße ich nur Müller. Ansgar Egbert Müller, um  genau zu sein – so viel Zeit haben wir ja schließlich. Ich bin zum dritten Mal verheiratet und habe meinem Namen die Namen meiner Frauen hinzugefügt. Es hat für mich den Charakter einer Demütigung erotisch-sexueller Natur, müssen Sie wissen.

Inwiefern? Erzählen Sie, Mann!

Ich – ein ganzer, aufrechter Kerl? Ein Mann? Aber nicht doch! Dafür bich ich doch viel zu oft erniedrigt worden.

Erniedrigt – ein Schrank von Mann wie Sie? Das kann doch nicht sein.

Doch, doch, ist aber so. Mein Vater war ein Schwächling, „Weichei“ würde man heute sagen. Er hat meiner Mutter das Kommando in der Ehe überlassen und nur nach außen hin den starken Mann markiert. Als Kinder erwerben wir in der Schule unser formales Wissen. Das soziale Lernen findet im Elternhaus statt. Ich habe es aber nicht anders gelernt, daß Frauen das Sagen haben.

Aber wieso lassen Sie sich denn demütigen?

Naja – Müller-Möller-Meyer-Mayer ist ja nur der bürgerliche Teil meines Namens. Der Adelstitel „Fürst Schettelbeck Graf Nytzel Baron von Schleim-Napf Edler von Tannhäuser Prinz Prauß“ darf ich aber nicht führen.

Wieso nicht?

Das möchte meine derzeitige Ehefrau nicht.

Wieso? Weshalb? Warum? Lassen Sie sich doch nicht alle Würmeraus ihrer sprichwörtlichen Nase ziehen.

Jetzt werden Sie nicht beleidigend. Meine Nase ist bestenfalls durchschnittlich.

Sie lenken ab. Warum dürfen Sie kein echter, wenn auch angeheirateter Adeliger sein?

Das ist Teil des Demütigungsprogrammes meienr heißverehrten und noch heißer geliebten Ehefrau. „Mayer“ lautetet der von ihr angenommene Name ihres  ersten Mannes. Den durfte ich annehmen. Der Standesbeamte ließ mich bei unserer Hochzeit auch wissen, daß ein vierteiliger Ehename schon ungewöhnlich genug ist. Die vielen Adelstitel würden auch nicht in die Namenszeile in meinen Personalausweis passen. Ich wurde also zu einem Anhängsel degradiert. Was für eine Demütigung!

Was ist denn aus dem Herrn Mayer geworden? Man hört da so einiges.

Der Siegbert ist gestorben.

Sie können also bestätigen, daß Ihre Frau eine sehr handfeste Domina ist?

Sie ist ein gutgeratener Top.

Aha. Und Sie sind also ein Bottom?

Ähm, hm…

Darf ich das als Zustimmung werten?

(leichte Schamesröte, eisiges Schweigen)

Also ja. Wie sieht erotisch-sexuelle Demütigung in der täglichen Praxis aus?

Ich muß jeden Morgen vor ihr antreten und nachweisen, daß ich ihren Freudennuckel auch gereinigt habe. Vor  dem  ehelischen Beischlaf werden Pimmel und Hodensack parmüfiert. Einmal in der Woche ist kosmetische Behandlung (Feuchtigkeitscreme, Enthaarung, Farbtherapie, Sie wissen schon). In Zeiten ohne ehelichem Beischlafg muß ich eine besondere schützende Unterhose beim Schlafen tragen. Einmal im Quartal ist Inspektion beim Onkel Doktor. Beim Vorspiel muß ich mich wie ein kleiner, unerfahrener Junge benehmen. Meine Frau geht noch als Domina anschaffen. Um ihr zu helfen, muß ich mich regelmäßig über die Sado-Maso-Szene informieren; also die entsprechenden Etablissements besuchen, die neuesten Folterinstrumente kennenlernen, sie meine Frau an mir ausprobieren lassen ist der eine Bereich. Die Wochenenden sind so herrlich quälend. Außerdem muß ich die gängige Fachliteratur kennen und mir die handelsüblichen Videos anschauen.

Bekommen Sie da überhaupt noch Ihre Frau zu sehen?

Ja, gelegentlich, aber nur selten. Aber  wieso erzähle ich Ihnen das überhaupt? Ich fühle mich do gedemütigt und benutzt…

 

Devotion bezeichnet Ergebenheit, Unterwürfigkeit oder Demut. Im Sadismus / Masochismus hat das Wort auch eine sexuelle Nebenbedeutung. Menschen sind demnach devot, wenn sie sich zur eigenen Luststeigerung anderen Menschen unterwerfen und sich freiwillig durch die Anwendung physischer oder psychischer Methoden dominieren lassen.

Wir haben gerade den sexuellen Liebes- und Leidensweg von Ansgar Egbert kennengelernt. Wie konnte es soweit kommen, Herr Professor Reichsfreiherr von Germanisch-Tasmania?

Ich bin Psychologe und Psychiater, wie Sie wissen. Die Grenzen zwischen Devotion und Erotischer Demütigung sind fließend. Das hat sexualkundliche, seelenkundliche also psychologische und gesellschaftliche Gründe.

Der Mann ist der dominante und damit beherrschende Teil, also der Herr im Hause und Herr der Schöpfung. Gleichzeitig hat er keine Ahnung von Frauen – wie denn auch? Er ist ja zum Mann und Herrschen geboren worden.

Manche Männer möchten aus reiner Neugierde wissen, wie es ist, devot und unterwürfig zu sein. Manche Herren möchten wissen, wie es ist, eine Frau zu sein. Manche möchten ihre Frauen aber auch einfach nur besser verstehen. Dann erfolgt der Rollentausch. Die Männer gaukeln ihren Weibchen vor, diese hätten die Macht in Partnerschaft und Beziehung. Die Männer lernen und die Frauen fühlen sich  wichtig, ohne es zu sein.

Gilt das auch für den Sado-Maso-Bereich?

Aber natürlich. Da trägt es sogar zum Lustgewinn für den Mann bei. Er hat dort also den doppelten Nutzen. Anrüchig ist es nicht. Es soll ja auch Dominas geben, die zuhause  freiwilig die Rolle der Sklavin als ihre natürliche Position einnehmen, nur um ihre gottgewollten und gottgegebenen Funktionen ausüben zu können, nämlich dem Mann zu dienen.

Sind Sie persönlich  verheiratet?

Aber ja, doch. Meine Frau sehen Sie dort hinter den Gitterstäben. Ihr hat ihr eigenes Mittagessen nicht geschmeckt. Also hat sie sich selbst und vor allem: freiwillig dort zur Strafe eingesperrt.

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Über andreasruedig

Ich bin 48 Jahre alt, wohne in Duisburg und bin Journalist und Schriftsteller von Beruf.
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