Buchbesprechung Weissmann Faschismus

Karlheinz Weissmann: Faschismus Eine Klarstellung; Verlag Antaios Schnellroda 2016; 64 Seiten; ISBN: 978-3-935063-69-0

Der Faschismus ist eine totalitäre, menschenverachtende und menschenvernichtende politische Ideologie, insbesondere in seiner deutschen (als Nationalsozialismus), italienischen und spanischen Ausprägung. Der Faschismus ist das absolut Böse. In der öffentlichen Berichterstattung kann er daher nur verdammt werden.

Weißmann wurde 1959 in Northeim geboren. Seit seinem Studium der Geschichte und Evangelischen Theologie arbeitet er seit 1984 im niedersächsischen Schuldienst; publizistische Tätigkeit kommt hinzu. Dies hier ist die Nr. 18 aus der Buchreihe Kaplaken.

Über den Nationalsozialismus in Deutschland ist sicherlich schon viel geschrieben worden. Von daher steht er in dieser Publikation im Hintergrund. Weißmann geht als Autor eher auf die europäische Geistes- und Ideengeschichte ein. Er beschreibt wichtige Impulsgeber (z. B. Mussolini) und deren Ideen. Dies geschieht aber in allgemeiner Form ohne wissenschaftlichen Tiefgang, so daß auch der politische Laie den Ausführungen folgen kann.

Was ist von einer solchen Publikation zu halten? Weißmann möchte nach eigenen Angaben „den Faschismus mit Hilfe jener Methoden und Kriterien behandeln, die sonst für alle anderen Gegenstände der Geschichtsforschung gelten“. Zu diesem Zweck wurde in dem Essay leicht überarbeitet sechs Texte zusammengestellt, die schon in elektronischer Form erschienen sind.

Wird hier offen dem Faschismus den Mund geredet? Die Verbrechen Einzelner werden weder geleugnet, relativiert noch verharmlost. Die Zeit zwischen 1919 und 1945, also zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wird als eine Zeit dargestellt, in der die Ideologie des Faschismus „als ein Ausdruck des europäischen Selbstbewußtseins (…), der dritte Weg zwischen der liberalen Demokratie und der kommunistischen Diktatur“ verstanden wird. Der Faschist möchte demzufolge des Soziale mit dem Nationalen miteinander verbinden.

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eine unkorrekte Islam-Bibel

Peter Helmes: Die kleine unkorrekte Islam-Bibel Tötet alle Ungläubigen!; Selbstverlag Hamburg 2018; 317 Seiten; ohne ISBN
Der Islam ist eine Religion der Liebe, Toleranz und Glückseligkeit. Er ist inzwischen in Deutschland angekommen und gehört zu uns. Oder?
Helmes möchte das Gegenteil nachweisen. Mohammed war Analphabet. Um seinen Glauben durchzusetzen, überzog er sein Vaterland mit Feuer und Schwert. Väter wurden erwürgt, Töchter fortgeschleift, Gefangene vor die Wahl zwischen Konversion oder Tod gestellt.
Helmes spricht hier deutliche Worte, redet von einer Islamisierung Deutschlands und einer systematischen Eroberung des Landes durch islamische „Flüchtlinge“. Er möchte auch nachweisen (selbst wenn dies nicht theologisch-religionswissenschaftlich), daß der Islam eine aggressive, unterdrückende, menschenverachtende und somit verdammenswerte Religion ist. Dazu blickt er auf die Islamverbände, ihre Repräsentanten, ihre Finanzierung und vieles mehr. Wer für solche Ansichten empfänglich ist, wird hier sehr viele Argumente erhalten.
Helmes ist Volkswirt und Philosoph. Der ehemalige Politiker (z. B. Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, Hauptgeschäftsführer der CDU / CSU – Mittelstandsvereinigung) arbeitet seit 1996 als freiberuflicher Publizist und war 1991 – 2011 freiberuflicher Dozent am Institut für Verbands- und Genossenschafts-Management der Universität  Freiburg / Schweiz (Bereiche Lobbying und Medien).
Das Büchlein ist eine „Sonderausgabe des Deutschland-Magazins“, das von den Deutschen Konservativen herausgegeben wird.
Die Deutschen Konservativen gibt es seit dem Jahre 1980. Sie wurden damals als Unterstützergruppe für Franz Josef Strauß gegründet. Heute hat sie nach eigenen Angaben rund 40.000 Anhänger, gibt sich immer noch antikommunistisch / antisozialistisch und gilt als dubiose Splittergruppe.
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Libyen – die Buchbesprechung

Reinhard Pohl: Libyen; Magazin-Verlag Kiel 2012; 48 Seiten; ISBN: 978-3-925900-47-1

Muammar al-Gaddafi beherrschte über lange Zeit die Schlagzeilen bei uns, wenn es um eine Berichterstattung über Libyen ging. Ist er verrückt? In einen terroristischen Anschlag verwickelt, der eine „Bestrafungsaktion“ der USA rechtfertigt?

Seine Versuche, arabische Staaten zu vereinigen, wurden in den politischen Wissenschaften genausowenig analysiert wie sein Wirken in der „Afrikanischen Union“. Dies sollte sich mit dem „Arabischen Frühling“ ändern. Armee und Polizei gingen brutal gegen Demonstranten vor, die sich in der Folgezeit bewaffneten. Die NATO griff in den beginnenden Bürgerkrieg ein. Die USA, Großbritannien und vor allem Frankreich ging es dabei nicht um einen Schutz der Zivilbevölkerung, sondern um einen Regimewechsel, der 2011 dann auch gelang.

Deutschland arbeitet schon seit langer Zeit mit dem nordafrikanischen Land zusammen. Es fördert Öl, auch für Europa. Die „Migrationskontrolle“, die Abwehr von Flüchtlingen, kommt in Zusammenarbeit mit der EU-Organisation FRONTEX hinzu.

Das vorliegende Heft ist Band 29 von „Deutschland und die Welt“. Es möchte sowohl das bekannte wie auch das unbekannte Libyen vorstellen.

Das Heft beschreibt die Geschichte und analysiert die Gegenwart. Es bildet so eine Art Gegenöffentlichkeit zu den Mainstream-Medien. Hier werden Hintergrundinformationen geboten, die im normalen journalistischen Tagesgeschehen nicht vorkommen. Wer sich für Weltpolitik interessiert (vielleicht auch für Flüchtlingsthemen), ist bei der Schriftenreihe gut aufgehoben. Dort ist viel wertvolles Fachwissen erhältlich, das nicht nur das tagesaktuelel Geschehen verständlich macht…

 

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Dossier Iran – die Buchbesprechung

Robert Chatterjee / Daniel Gerlach / Jörg Schäffer / Adnan Tabertabai: Dossier Iran; Levante Verlag 2017 / Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2018;  90 Seiten; ISBN: 978-3-7425-0203-2

Die Islamische Republik Iran ist vielen von uns durch die Tagespresse bekannt. Von den urbanen Start-up-Unternehmen, die boomende Kunstszene, den Umweltproblemen, der verbreiteten Korruption, einer schwachen Konjunktur und den Folgen der Sanktionen haben aber die wenigsten von uns gehört.

Kenntnisreich und anschaulich werden hier offizielle Politik und die Lebensbedingungen der Menschen beschrieben. Viele Fotos, Schaubilder und andere Gestaltungselemente lockern die Seitengestaltung auf.

Die Autoren werden leider nicht näher vorgestellt. Es ist aber offensichtlich, daß sie einen beruflich-wissenschaftlichen Bezug zu dem asiatischen Land haben. Wie sonst wäre es wohl möglich, an die Fülle der Informationen und das umfangreiche Bildmaterial zu kommen?

Der Iran ist ein Schurkenstaat, der Christen verfolgt und seine Nachbarländer bedroht. Oder? Schaut man sich dieses fast schon liebevoll gemachte Werk an, muß man fast schon einen gegenteiligen Eindruck bekommen, nämlich daß es sich beim Iran um einen (in Grenzen) weltoffenen, (in Grenzen) toleranten und interessanten Staat handelt.

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Eu-Buch

Werner Weidenfeld (Hrsg.): Die Europäische Union Politisches System und Politikbereiche; Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2006; 787 Seiten; ISBN: 3-89331-711-2

Wirtschaftlicher Aufschwung, politische Stabilität und der Ausgleich der Interessen der Mitgliedsstaaten bestimmen die Zielsetzung der Europäischen Union, die auch einen konkreten Nutzen für die Menschen vor Ort bieten möchte, z. B. in Form von Freizügigkeit ohne Grenzkontrollen.

Das vorliegende Buch beschreibt die historische Ausgangslage genauso wie die (mögliche) Zukunft. Die Politikbereiche der EU, die Außenbeziehungen und das formale System kommen hinzu.

Das vorliegende Buch ist ein politikwissenschaftliches Werk. Es soll Hintergrundwissen zu einem Thema bieten, das die meisten von uns scheinbar nur am Rande betrifft. Natürlich kann ein solches Buch  (trotz des immensen Umfangs) nur eine allgemeine Einführung, losgelöst von der (damaligen) Tagesaktualitä bieten. Wer Informationen zu einem Spezialthema sucht, wird zu anderer Literatur greifen müssen.

Für Otto Normalbürger ist der Nutzen einer solchen Publikation nur schwer ersichtlich. Zu umfangreich und massig ist der Informationsgehalt, zu abstrakt das Niveau. So deutlich wie sonst selten in der Schriftenreihe der Bundeszentrale, deren Band 442 hier vorliegt, wird eine vorgebildete und interessierte Fachöffentlichkeit angesprochen.

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Buchbesprechung „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“

Dietmar Süß: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ Die deutsche Gesellschaft im Nationalsozialismus; Verlag C. H. Beck München 2017 / Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2018; 303 Seiten; ISBN: 978-3-742-0176-9

Der Nationalsozialismus bot der deutschen Mehrheitsgesellschaft Beschäftigung, Aufstiegsmöglichkeiten, Wohlstand und Ordnung. Die ungeliebte „Weimarer“ Republik soll so vergessen gemacht werden. Auch Genugtuung für den Vertrag von Versailles war bei. Uneingeschränkte Loyalität zu einem menschenverachtenden Weltbild war die Gegenleistung.

Ausgehend von ganz konkreten, namentlich bekannten Personen wird hier die gesellschaftliche Funktionsweise des NS-Regimes beschrieben. So wird deutlich, wie sich ein diktatorisches Regime innerhalb kürzester Zeit etablieren konnte. Gewalt und sozialer Druck, aber auch Idealismus und eine geschickte Selbstinszenierung spielen da eine Rolle.

Eigentlich ist die Zeit des Nationalsozialismus schon umfangreich beschrieben, jedes Detail wissenschaftlich beleuchtet. So sollte man meinen. Offensichtlich gibt es aber immer noch Möglichkeiten, sich mit dem Thema auseinandersetzen und neue Facetten zu beschreiben.

Dies ist Band 10176 der Schriftenreihe, die von der Bundeszentrale herausgegeben wird.

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Buchbesprechung Irak und Syrien

Bernd Lemke / Stefan Maximilian Brenner: Wegweiser zur Geschichte Irak und Syrien; Ferdinand Schöningh Verlag Paderborn 2016; 296 Seiten; ISBN: 978-3-506-78662-3

Der Irak und Syrien beherrschen derzeit unsere außenpolitischen Schlagzeilen. Seit den beiden Golfkriegen und dem Sturz Saddam Husseins beherrschen Attentate und Instabilität die Situation. Und Syrien versank 2011 in einem Bürgerkrieg, in dem inzwischen auch auswärtige Akteure mitmischen.

Hinzu kommt: Im Jahre 2014 bestand die Gefahr, daß der selbsternannte „Islamische Staat“ beide Länder überrennt. Also sah sich der Westen gezwungen, gegen die gewalttätige Terrororganisation vorzugehen und den Kurden, die im Nordosten des Iraks in Bedrängnis geraten waren, zu unterstützen.

Das vorliegende Werk ist im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr herausgegeben worden.

Das Buch stellt die politische Geschichte der Region vor, aber auch die Lage der Christen und anderen religiösen und nationalen Minderheiten, Wirtschafts- und Sozialsystem sowie gesellschaftliche Strukturen.

Das Buch ist durchaus gelungen. Sehr informativ und anschaulich geschrieben informiert es den interessierten Leser umfangreich und auch leicht verständlich über die Hintergründe des tagesaktuellen Geschehens. So wird vieles verständlich, was dem Tageszeitungsleser unverständlich bleibt.

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