Timothy Snyer: Über Tyrannei – eine Buchbesprechung

Timothy Snyder: Über Tyrannei Zwanzig Lektionen für den Widerstand; Bundeszentrale für politische Bildung Bonn 2017; 127 Seiten; ISBN: 978-3-7425-0088-5

Obrigkeitshörigkeit, Verantwortungslosigkeit, fehlende Reflexionsbereitschaft und Mutlosigkeit ziehen sich durch die jüngere Vergangenheit insbesonder in Europa, aber auch Menschenfeindlichkeit, Machtmißbrauch und Demagogie. Verächter der Demokratie und Menschenrechten gewinnen ihre zerstörerische Macht aber nicht von heute auf morden.

Wehret den Anfängen! Fordert zumindest der Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Yale. Er gibt hier Anleitungen, wie man für demokratische Prinzipien wie Meinungs- und Pressefreiheit, Gewaltenteilung, Menschenwürde, Wahrhaftigkeit und Toleranz eintreten kann.

Was politikwissenschaftlich daherkommt, wirkt konfus und wirr auf den unbedarften Leser. Insbesondere aus westlichen Ländern werden viele Beispiele herangezogen, wie öffentliches Leben nicht funktionieren sollte. Dies geschieht mittels Tagesaktualität, aber auch literarischer Zitate.

Doch was ist der Maßstab. Der christliche Glaube? Eine politische Ideologie? An dieser Stelle schwafelt der Autor zwar viel, bleibt aber inhaltlich stumm. Er hätte inhaltlich tiefer und intensiver sein müssen, um wirklich überzeugend und glaubwürdig zu sein.

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Knütter: Warnung vor Rot-Rot-Grün

Prof. Dr. Hans-Helmuth Knütter: Mit Rot-Rot-Grün zum linksautoritären Staat; Selbstverlag Hamburg 2017; 28 Seiten; Ohne ISBN / ISSN

Die Deutschen Konservativen geben das Deutschlandmagazin als unregelmäßig erscheinende Zeitschrift heraus. Diese Broschüre ist eine Sonderausgabe davon. Sie soll vor den Gefahren gibt, „die von einer rot-rot-grünen Vorherrschaft in Staat und Gesellschaft ausgehen“, wie es im hinteren Klappentext heißt. Die Einschränkung von Freiheitsrechten, sozialpolitische Umgestaltungen und Meinungslenkung sind damit gemeint. Eine linksautoritäre Republik könnte die Folge sein. Sachliche Informationen sollen davor warnen.

Knütter wurde 1934 in Stralsund geboren. Er hat Soziologie und Politische Wissenschaft in Bonn studiert. Von 1972 bis 1996 war er Professor für Politische Wissenschaften. Seit Beginn der `60er Jahre ist er auch publizistisch tätig.

Inhaltlich gelungen ist diese Broschüre nicht, vor allem, wenn man sich den beruflichen Hintergrund des Autoren vor Augen hält. Nicht Politikwissenschaft und fundierte Begründung stehen im Vordergrund, sondern allgemeine Stimmungsmache gegen Die Linke, SPD und Grüne. Sie sollen verteufelt und als Regierungskoalition verhindert werden.

Ernstzunehmende Publikationen sehen anders aus.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Monohandschuh

Der Monohandschuh ist ein Sexspielzeug. Er wird zur Fesselung des Partners verwendet – na ja, meistens bei den Frauen. Die Arme werden in einer relativ bequemen Haltung auf den Rücken fixiert. Die Arme sind ausgestreckt und parallel zueinander angeordnet. Der Gefesselte kann sich nicht aus eigener Anstrengung befreien. Die Monohandschuhe bestehen in der Regel aus Leder. Sie weisen Metallschnallen auf. Es gibt auch vereinzelte Ausführungen aus Gummi und Elastan. Einige Varianten haben auch zusätzliche Haken, Ösen oder D-Ringe; mir ihrer Hilfe soll die Fixierung einfacher sein.

Das Problem der Monohandschuhe: In vielen Fällen tritt schon nach wenigen Minuten ein Taubheitsgefühl in den Armen und Händen auf. Das setzt einer längeren Anwendung Grenzen.

Und wo werden diese Monohandschuhe eingesetzt? Überwiegend im BDSM-Bereich. Aber auch in der erotischen Fotographie und im Bondage-, also Fesselungskontext.

Über den Monohandschuh
erzählt man nur Schmuh
er sei beengend
und einzwängend
ein Teil für 2 Arme
das ist doch was für Arme

Ich benutze den Monohandschu gezielt bei meiner Freundin Adelgunde. Sie ist ein wunderhübsches Weib mit üppigen Brüsten. Leider will ich mich selbst beim Liebesspiel nicht uneingeschränkt daran fummeln lassen. Da ist ein Monohandschuh der einzige Weg, freien Zugang zu erhalten.

Monohandschuhe gibt es inzwischen in vielen verschiedenen Varianten in meinem Sortiment. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich Länge und Umfang, sondern – beispielsweise – auch hinsichtlich Farbe, Elastizität, Ausstaffierung, Wiederverwendbarkeit u. v. m. Es kommen zwar auch Leute aus dem Sado-Maso-Bereich; es sind aber hauptsächlich Fotografen und vereinzelt Filmemacher, die zur kommen und einkaufen.

Als Fotograph knipse ich, Dankwart Thaddäus Zacharias Tumppe, gern exotische Motive. Immer nur Keuschheitsgürtel und Peniskäfig, Fesselung und Doktorspiele? Nein, das ist mir zu langweilig. Da bieten Accessoires wie der Monohandschau eine angenehme Spielvariante. Der weibliche Busen kommt so besser zur Geltung.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Buchbesprechung Kalter Weihrauch

Marlene Faro: Kalter Weihrauch; Gmeiner Verlag Meßkirch 2013; 315 Seiten; ISBN: 978-3-8392-1453-4
Im Salzkammergut wird die Leiche einer Ordensschwester gefunden. Sie wurde offensichtlich ermordet. Bei der Obduktion stellt sich heraus, daß sie ein Hermaphrodit, also ein Zwitter ist.
Polizeikommissar Artur Pestalozzis hat einen nächsten Fall, der kurz vor Weihnachten spielt und ihm kurze Zeit später eine nächste Leiche bringt.
Faro stammt aus Wien. War sie anfangs noch als Journalistin tätig, arbeitet sie seit dem Jahre 1996 auch als Schriftstellerin.
Inhaltlich handet es sich hierbei sicherlich um einen Kriminlroman. Hinsichtlich Form und Gestaltung weist das Buch aber diverse Besonderheiten auf. Das eigentlich recht interessante Thema des Hermaphroditen ist für einen Krimi schon ungewöhnlich, taucht aber leider nur am Anfang auf und wird dann völlig vergessen. Stattdessen gibt es zwei Handlungsstränge, die praktisch nichts miteinander zu tun haben. Die Autorin verbindet persönliche Dramen (wie z. B. Ehebruch, Armut in der Kindheit) mit Zeitgeschichte (z. B. Kindesmißbrauch in der katholischen Kirche Österreichs und der Baby-Strich an der österreichisch-tschechischen Grenze).
Auffällig dabei: Gelegentlich wird der Satz am Ende eines Absatzes nicht richtig beendet – drei Striche stehen dort, wo Worte hätten sein sollen…
Der Schreibstil Faros ist barock und schwülstig. DIe Hälfte des Textes hätte problemlos weggelassen werden können, ohne daß es sinnentstellende Lücken gegeben hätte.
Sieht man von solchen stilistischen  Mängeln ab, gefällt das Buch.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Manfred Spieker: Gender Mainstreaming in Deutschland

Manfred Spieker: Gender-Mainstreaming in Deutschland Konsequenzen für Staat, Gesellschaft und Kirchen; Verlag Ferdinand Schöningh Paderborn 2016; 216 Seiten; ISBN: 978-3-506-78516-9
Gender Mainstreaming ist für viele Leute eine politische Strategie, mit der gleiche Rechte für Männer und Frauen durchgesetzt werden sollen. Was ein großer Irrtum ist; wenn man sich mit Philosophie und politischer Strategie des Gender Mainstreaming befaßt, sieht man schnell, daß Homosexualität relativiert werden soll. Staat, Kirchen und Gesellschaft sind gefordert – schließlich ist die Ehe gefährdet.
Das Buch ist eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Genderwahn. Die Untersuchung ist theologisch (mit starker Betonung des Katholizismus) und politikwissenschaftlich angelegt. Ohne diffamierend oder gar diskriminierend sein zu wollen, ist das Buch angenehm konservativ. Die Vorteile von Ehe und Familie werden vorgehoben, Sexualität und die Geschlechterdualität von Mann und Frau sollen bewahrt werden.
Im sprachlichen Bereich ist der wissenschaftliche Ansatz unübersehbar. Es gibt viele Fußnoten. Allein schon die Nennung vieler katholisch-kirchlicher Einrichtungen setzt die Kenntnis deren formalen Strukturen voraus. Die Konzentration auf die katholische Seite ist unangenehm störend einseitig; die evangelische Seite hätte deutlicher herausgearbeitet werden müssen.
Die Ausführungen sind sachlich und objektiv. Man könnte sie für ein Werk aus dem akademischen Umfeld halten.
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Recht und Justiz

„Recht und Justiz Mitteilungen zur Entwicklung des Rechtslebens im politischen Bereich“ heißt ein vierseitiges Periodikum, das vom „Deutschen Rechtsschutzkreis“ herausgegeben wird.

Die Ausgabe Nr. 2 / 2013 ist hier Gegenstand der Betrachung. Sie hat einen Umfang von 4 Seiten, was 2 nebeneinandergelegten DIN A4 – Blättern entspricht.  Die Pressezensur ist Thema dieser Ausgabe. Doch oh wehe! Das Thema wird nicht etwa aus politikwissenschaftlicher oder juristischer Sicht behandelt. Hier versuchen offenbar Rechte, die Meinungs- und Pressefreiheit für ihre Themen zu gebrauchen – oder sollte man eher sagen: mißbrauchen?

„Der am 2. März 1979 gegründetete DRsK leistet juristische und finanzielle Hilfe bei Strafverfahren gegen Rechtsextremisten. Er publiziert, archiviert und dokumentiert im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Strafverfahren. Neben der Hetze gegen Ausländer werden vehement die Verbrechen des Nationalsozialismus geleugnet: »Der Münchner Zeitungsverleger Alfred Detscher (…) wagte es (…) zu den Tabu-Themen “Holocaust”, “6 Millionen” und “Auschwitz” kritische Fragen, Stellungnahmen und Berichte zu veröffentlichen, die die sogenannten “allgemeinkundlichen, historischen Tatsachen” in Frage stellten, ihnen widersprachen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermittelten.«“ So stellt apabiz, das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin, den Herausgeber vor.

Und führt fort: „Für die Zeitschrift Recht und Justiz – Mitteilungen zur Entwicklung des Rechtsstaates im Bereich der politischen Justiz zeichnete u.a. 1989 Gisela Sedelmaier verantwortlich. Anfänglich erschien die Zeitschrift als Beilage der Unabhängigen Nachrichten. Außerdem erscheint Recht und Justiz – Aktuelle Urteile-Hinweise-Pressemeldungen als Faltblatt. Für Recht und Justiz – Schriftenreihe zur Geschichte und Entwicklung des Rechts im politischen Bereich, schreiben u.a. Wilhelm Stäglich und Jürgen Rieger. Gisela Sedelmaier (Pseudonym von Gisa Pahl, DRB) gilt als Verfasserin der Rechtshilfe-Broschüre Mäxchen Treuherz und die Fallstricke der Behörden.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Dekollete

Dieses Dekollete

tut dem Auge weh

wie ein Schlauch

reicht es bis zum Bauch

wir sehen viele Haare

das ist nicht das Wahre

viel dreckiger Schmutz

ist der beste Schutz.

für uns Männer

und alle Frauen-Kenner

beim Mode-Macher

ist es der letzte Kracher:

das Oberhemd

geht jetzt fremd

nicht Knöpfe und Reißverschluß

sorgt für den Zusammenschluß

der Stoffteile

es sind kleine Seile

so sieht man Muskeln, Fett und Warzen

der Anblick tut sehr knarzen.

 

 

Dürfen mÄnner ein Dekollete tragen? Dies war vor wenigen Tagen Thema einer Diskussionssendung im Fernsehene. Angesichts des Krawalls, der dort ausgebrochen ist, wird es wieder deutlich, wie unterschiedlich die Geschmäcker hinsichtlich der Herrenbekleidung sind.

Das Kdekollete ist eigentlich ein Bestandteil der Frauenbekleidung. Es enthüllt den weiblichen Vorderteil zwischen Hals und Brust und hat so eine erotische Komponente.

Männer, die ihre Brust zeigen, um Frauen anzubaggern? Geht das? Funktioniert das? „Nein,“ behauptet die eine Fraktion. „Man sieht Brustbehaarung und Bierbäuche. Das ist nicht nur unsittlich und unanständig, sondern auch häßlich. Bestenfalls armfreie T-Hemden sind erlaubt.“

„Wir leben in Zeiten der Emanzipation,“ hält die Gegenseite dagegen. „Warum soll eigentlich nur immer Frauen alles erlaubt sein? Auch wir Männer wollen unsere schönen Teile zeigen können. Es muß also erlaubt sein, unsere Vorderseite unverhüllt zu zeigen.

Anfangs sahen die Auseinandersetzungen wie eine Schlammschlacht aus – Modebewußte gegen Traditionalisten. Da sich am Ende jedoch kein eindeutiger Sieger feststellen ließ, einigten sich die Kontrahenden darauf, zu einem Herrenausstatter zu gehen.

„Was wollen Sie? Ein Oberhemd mit Dekollete? Aber ich bitte Sie – welcher seriöse Herrenausstatter hat soetwas?“

Auch der Besuch bei einem Herrenschneider erschien wenig erfolgversprechend. „Hauen Sie bloß ab, Sie Schwuchtel!“ bekam die Filmproduktionsmannschaft sehr oft zu hören.

Sie wollen Hemden mit Rüschen? Sie wollen feminine Anzüge? Sie möchten Herrenbekleidung mit Dekollete? Mehr gehaucht als gesprochen waren diese Fragen. Gelandet sind die Filmemacher in einem Laden für herrenbevorzugende Männer. „Was wir dort gefunden haben, überzeugte uns aber überhaupt nicht. Wir fanden keine Frauen, die Herren mit Dekollete toll fanden, geschweige denn überzeugende Bekleidung. Die Welt ist wohl noch nicht reif für die Umwälzung in der Herrenbekleidung.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen